Nationalparks im Landesinneren

 

Auch im Landesinneren und in den zahlreichen Bergregionen bietet Venezuela eine absolute Vielfalt an Nationalparks. Einige davon sind nachstehend detailliert beschrieben, wobei es sicher noch viele weitere sehenswerte Nationalparks gibt – schließlich besteht Venezuela durchweg aus faszinierenden Landschaftsattraktionen, die allesamt sehenswert und beeindruckend sind.


Canaima Nationalpark


Der Nationalpark Canaima liegt im Südosten Venezuelas, in der Gran Sabana, die im Bundesstaat Bolivar liegt. Die südliche Grenze des beeindruckenden Nationalparks bilden Brasilien und Guyana. Der am 12. Juni 1962 gegründete Nationalpark umfasst heue eine Fläche von 30.000 km² und stellt somit einen der größten Nationalparks der Welt dar. Seit 1994 gehört der Canaima Nationalpark zum Weltnaturerbe der UNESCO. Imposant und beeindruckend sind natürlich die zahlreichen Wasserfälle im Nationalpark Canaima, der mit seinen mächtigen Tepuis – Tafelberge aus Sandstein – einen gigantischen Anblick bietet. Von den Tepuis stürzen die höchsten Wasserfälle der Welt zu Tal, die Hauptattraktionen wie der Salto Angel und weitere spektakuläre Wasserfälle sind unter der Rubrik Wasserfälle separat beschrieben. Auf den Hochplateaus der Tepuis haben sich durch die Isolation in klimatischer Sicht vom tropischen Regenwald über Jahrmillionen hinweg zahlreiche endemische Arten entwickelt. Somit kann der Nationalpark Canaima mit einer einzigartigen und faszinierenden Flora und Fauna aufwarten, die nicht nur die Naturliebhaber begeistert.

 

Aragua – Henri Pittier Nationalpark


Der Henri Pittier Nationalpark ist der erste Nationalpark, der in Venezuela gegründet wurde und liegt in der Nähe der Stadt Maracay im Norden Venezuelas. Bereits im Jahr 1937 wurde dieser Nationalpark gegründet, der nach dem Schweizer Biologen Henri Pittier benannt wurde. Die Stadt Maracay gilt auch als Ausgangspunkt für Touren durch den Nationalpark, durch den 2 verschiedene Routen führen. Die östliche Strecke verläuft über einen Pass in 1.800 m Höhe nach Choroni und Puerto Colombia, die westliche Route führt über den Portachuelo, der eine geringere Höhe hat. Die westliche Route verläuft durch die Dörfer Ocumare de la Costa, Cata und auch Cayagua. Dichter Nebelwald der Küstenkordillere prägt die Region des Nationalparks, dessen Gipfel mit einer Höhe über 2.000 m Höhe oftmals in den Wolken versteckt sind. Der Nationalpark bietet atemberaubende Einblicke in die unterschiedlichen Klimaregionen Venezuelas anhand der unterschiedlichen Vegetationsformen je Höhenbereich. Von Mangrovenwäldern bis hin zu den Nebelwäldern ist ein faszinierender Artenreichtum an Flora zu bewundern. Aber nicht nur die Flora ist dort äußerst eindrucksvoll, auch das Spektrum der Arten im Tierreich ist beeindruckend. So können dort Tapire, Pumas, Ozelote, Hirsche, Füchse, Ameisenbären und unterschiedlichste Giftschlangen beobachtet werden.


Nationalpark Sierra de San Luis


Die Bergregion der Sierra San Luis liegt südlich der Stadt Coro. 20.000 ha der Fläche der Bergregion, die aus einer Kalksteinbasis besteht, wurden zum Nationalpark erklärt. Unter dieser Kalksteinbasis befindet sich der größte unterirdische See Venezuelas und auch zahlreiche Höhlen, wie die Cueva del Rio Acarite. Die Täler und Berge der Sierra de San Luis sind zum Großsteil mit Nebenwäldern bedeckt. Dies bietet natürlich für zahlreiche Tierarten einen idealen Lebensraum, wie zum Beispiel für Fettvögel – Guacharos – und die Bergkatze. Der Park ist sicher für Naturliebhaber eine besondere Attraktion aufgrund der Vielfalt an Tieren und Pflanzen, die dort bewundert werden können.


Der Nationalpark Medanos


Der Medanos Nationalpark liegt im Bundesstaat Falcon und befindet sich an der Landenge von Medanos. Diese Landenge führt zur Halbinsel Paraguana. Der Nationalpark Medanos wurde bereits im Jahr 1974 gegründet und umfasst eine Fläche von über 91.000 ha, die Wüste, Küste und auch Salzwiese beinhaltet. Die Medanos sind überdimensionale Dünen, die eine Höhe von bis zu 40 m erreichen können. Die starken Winde verändern die Form der Dünen ständig, sodass der Nationalpark hier immer in einem neuen Bild erscheint. Die Wüstenregion, in der nur selten Niederschläge fallen, bietet nur eine karge Flora und Fauna. Sträucher sind dabei die häufigste Vegetation und die Tierwelt besteht hauptsächlich aus Eidechsen, Ameisenbären, Füchsen, Hasen sowie Tauben und Falken. Während des starken Regens im Jahr 1999 hatten sich damals vier Lagunen innerhalb der Dünen gebildet, was als einzigartige Begebenheit bisher nur in dem einen Jahr geschah.


Der Nationalpark El Avila


Die attraktive Bergkulisse, die von der Hauptstadt Caracas aus bewundert werden kann, wird vorwiegend vom Nationalpark El Avila gebildet. So ist der Nationalpark nicht nur für die Touristen sondern auch für die Einwohner der Hauptstadt ein beliebtes Wandergebiet, bei dem die faszinierende Natur bewundert werden kann und ein herrlicher Ausblick auf die Hauptstadt geboten wird. Das Bergmassiv des Nationalparks El Avila trennt die Karibikküste von Caracas. Zum Beispiel bietet sich für Wanderungen im Nationalpark ein Waldlehrpfad an – der Los Vedanos. Hier wird die üppige Vegetationsvielfalt von immergrünem Nebelwald, Gräser der Anden und Sträucher nicht nur optisch erkundet, sondern diese werden auch jeweils erklärt. Um die Gipfel zu besteigen ist jedoch eine gute Kondition notwendig, der Avila hat eine Höhe von 2.159 m und der Naiguaita ist sogar 2.765 m hoch. Auf den Avila führt allerdings auch eine Gondelbahn, somit kann das Bergsteigen auch umgangen werden. Auf dem Avila gibt es einen Spielplatz für die Kinder und sogar eine Schlittschuhbahn – somit kann in Venezuela, inmitten der Tropen, auch Wintersport ausgeübt werden.