Merida

 

Die Stadt Merida ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates in Venezuela. Der vollständige Name von Merida lautet Santiago de los Caballeros de Merida. Gleichzeitig stellt Merida auch das Handelszentrum, das Tourismuszentrum und auch das Universitätszentrum im Westen Venezuelas dar. Durch die Lage im Tal des Andenhochlands ist die Stadt entsprechend geprägt. Das Zentrum liegt auf einer Höhe von 1.630 m und befindet sich auf einer angeschwemmten Terrasse, die zwischen den Flüssen Rio Albarregas und Rio Chama liegt. Durch diese Lage hat sich die Erweiterung der Stadt ziemlich wild und ziellos entwickelt – bis auf den Stadtkern im Kolonialstil, dieser ist mit acht Avenidas in Ost-West-Richtung und weiteren 40 Straßen, die von Ost nach West führen, ziemlich geordnet aufgebaut. Aber gerade dies macht auch den besonderen Charme Meridas aus. Interessanterweise ist Merida auch die Stadt mit den höchsten Grünflächen pro Einwohner gerechnet. Zwei imposante Gebirgsketten begrenzen die Stadt Merida – im Südosten liegt die Sierra Nevada und im Nordwesten befindet sich die Sierra La Culata. Ebenfalls kann von Merida aus der höchste Berg Venezuelas, der Pico Bolivar mit seiner Höhe von 4.981 m bewundert werden. Dieser Berg ist ganzjährig von einem Gletscher bedeckt, der jedoch immer weiter schrumpft.
Bevor der Tourismus die wichtigste Rolle in der Wirtschaft der Stadt Merida übernahm, war die Landwirtschaft die wichtigste Einnahmequelle der Stadt, da die landwirtschaftlichen Produkte in den gesamten Bundesstaat verkauft wurden. Zahlreiche Haciendas in der Umgebung von Merida verdienten ihr Geld mit dem Anbau von Zuckerrohr. Seit die Seilbahn, die Teleferico de Merida, errichtet wurde und das Straßennetz besser an die nationalen Verbindungen angeschlossen wurde, nahm der Tourismus stetig zu. Seitdem auch der Flughafen von Merida gebaut und in Betrieb genommen wurde, stehen Tourismus- und Dienstleistungsunternehmen im Vordergrund.


Übernachten in Merida


Nachdem sich der Tourismus zur Haupteinnahmequelle der Stadt entwickelt hat, stehen in Merida natürlich auch eine Vielzahl an Hotels und Zimmer zur Verfügung. Viele der Hotels, die in unterschiedlichen Kategorien und Preisklassen zur Auswahl stehen, können bereits vorab online gebucht werden.


Infrastruktur in Merida


Bis Mitte des 19. Jahrhunderts existierten keine Verkehrsanbindungen zu den anderen Bundesstaaten Venezuelas. Durch den Bau der Transandina wurde Merida auch mit dem nationalen Verkehrsnetz verbunden. Allerdings kann der regionale Verkehr auf den Straßen um Merida oft von Naturereignissen, Muren, die durch starke Regenfälle ausgelöst werden, behindert werden. Ein weitläufiges Netz aus Busverbindungen steht in Merida vom Zentrum zu den Außenbezirken zur Verfügung. Das öffentliche Verkehrsnetz in Merida zählt zu einem der besten Venezuelas. Der nationale Flughafen von Merida bietet Verbindungen nach Caracas und zu den wichtigsten Städten im Westen des Landes.


Sehenswertes


Auch in Merida ist die Plaza Bolivar das Zentrum der Stadt mit historischen Bauwerken aus der Kolonialzeit. Eine weitere besondere Attraktion ist in der Innenstadt von Merida zu finden – die Heladeria Coromoto – eine Eisdiele, die durch ihre Vielfalt an über 800 Eissorten sogar einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde erreichen konnte. Sehr interessante Eissorten sind dabei sicherlich Forelle oder Knoblauch, auch wenn die Vorstellung, ein Forelleneis oder ein Knoblaucheis zu speisen, doch etwas merkwürdig ist.
Das absolute Highlight ist die Teleferico de Merida. Die Seilbahn führt auf den Pico Espejo mit einer Höhe von 4.765 m. Mit dieser Seilbahn können sogar die Gletscherregionen der Anden erreicht werden. Die Teleferico überwindet einen Höhenunterschied von knapp 3.200 m, die über vier Abschnitte bewältigt werden.
Zwei Nationalparks laden in der Umgebung von Merida zu Besuchen und zum Bewundern der Natur ein, der Nationalpark Sierra Nevada und Sierra La Culata.
Atemberaubende Bergseen, wie zum Beispiel die Laguna Mucubaji, die Laguna Negra oder auch die Laguna Tapada sind ebenfalls beeindruckende Attraktionen in der Umgebung von Merida.
Auch die Kultur nimmt in Merida eine wichtige Position ein. Merida gilt als wichtigster Repräsentant der Folklore in Venezuela. Wer die Gelegenheit hat, im Februar an der „Feria del Sol“ teilzunehmen, sollte sich diese nicht entgehen lassen.
Museen und Kulturzentren bieten sich ebenfalls für Besuche an.
Die heißen Quellen von Tabay sind ebenfalls nicht weit von Merida entfernt und bieten in 1.920 m Höhe ein perfektes Ambiente und Entspannung pur.
Die zahlreichen Canyons rund um Merida bieten natürlich auch perfekte Möglichkeiten für die in den Anden populäre Extremsportart Canyoning. Hier werden geführte Touren mit verschiedensten Attraktionen angeboten.
Jaji ist ein koloniales Andendorf, das im Jahr 1960 komplett renoviert wurde und heute als Vorzeigeort im Tourismus fungiert. Hier können Kaffee- und Zuckerrohrplantagen bewundert werden. Schon allein die Strecke durch die subtropischen Nebelwälder des Nationalparks Sierra la Culata, die nach Jaji führt, ist ein Highlight auf der Tour nach Jaji, das problemlos auch auf eigene Faust erreicht werden kann.
Für alle begeisterten Reiter sind die Anden und die Regionen um Merida geradezu ideal. Zahlreiche Angebote für Reitausflüge bieten die Möglichkeit, die herrliche und faszinierende Natur auf dem Rücken der Pferde zu erkunden und zu erleben.
Aber auch die Landschaft um Merida stellt eine Sehenswürdigkeit dar. Hier können die Urlauber tropische Bergregenwälder, subtropische Nebelwälder, Hochgebirge und Steppen erkunden. Auch die Mangrovenwälder um das Delta des Catatumbo und der Kaktus-Canyon sind landschaftliche Attraktionen, die in der Nähe von Merida liegen und die Urlauber beeindrucken.