Landschaft

 

In erster Linie wird mit Venezuela sicherlich eine traumhafte und paradiesische Karibikregion assoziiert. Aber neben den faszinierenden Küstenregionen und Traumstränden auf dem Festland und den zugehörigen Inseln hat Venezuela landschaftlich noch weitaus mehr zu bieten. Venezuela ist der wohl landschaftlich vielfältigste Staat in Südamerika, wobei jede Landschaft durch seine eigene Faszination beeindruckt. Die absolut kontrastreichen Gegensätze zeigen sich in den Wüstenlandschaften, die am Isthmus von Coro liegen, zu den Sümpfen des Delta Amacura. Ebenfalls einen gegensätzlichen Anblick stellen die schneebedeckten Gipfel der Berge der Cordillera de Mérida im Vergleich zu den weiten Ebenen im Landesinneren von Venezuela dar.
Die Landschaft in Venezuela kann in 4 unterschiedliche Regionen aufgeteilt werden. Jede Region bietet unterschiedliche Landschaftsverhältnisse, die aufgrund der Höhenunterschiede auch einen entsprechenden Einfluss auf das jeweilige Klima der Region haben.


Die Anden-Region


Diese Region Venezuelas verläuft in einem breiten Bogen von der kolumbianischen Grenze aus bis hin zur Karibikküste und entlang der Karibik bis in den Osten des Landes. Die Gebirgszüge, die entlang der Grenze zu Kolumbien verlaufen, sind stark zerklüftet und stellen auch die am wenigsten besiedelte Region in Venezuela dar. Die fruchtbaren Täler zwischen den Bergen der Anden, deren Gipfel in Venezuela knapp 5.000 m Höhe erreichen, sind dagegen stark besiedelt und stellen auch einen Standort für Industrie und Landwirtschaft dar. Der höchste Berg Venezuelas ist der Pico Bolivar, der südlich des Maracaibo Sees mit 4.981 m aufragt. Gerade in dieser Region befinden sich Gipfel, die ganzjährig mit Schnee bedeckt sind. Durch ein breites Tal ist dieser Gebirgszug von dem Gebirgszug getrennt, der entlang der Küste liegt. In diesem Tal ist auch die Hauptstadt Venezuelas, Caracas, gelegen. Dieses Tal zwischen den beiden Gebirgszügen ist das am dichtesten besiedelte Gebiet Venezuelas. Das Verkehrsnetz ist in dieser Region sehr gut ausgebaut und aufgrund der Fruchtbarkeit in diesem Tal ist dies auch das intensivste Landwirtschaftsgebiet in Venezuela.


Die Orinoco-Ebene – die Ebenen der Llanos


Die großen Ebenen der Llanos liegen südlich der Gebirgszüge und reichen von der karibischen Küste im Osten bis hin zu der Grenze zu Kolumbien. Der Fluss Orinoco bildet dabei die südliche Grenze der Orinoco-Ebene, bzw. der Ebenen der Llanos. Die Ebenen der Llanos umfassen neben zahlreichen Grasländern auch die Sumpfgebiete, die im Orinoco-Delta liegen. Auch die Sumpfgebiete an der kolumbianischen Grenze zählen zu der Orinoco-Ebene. Die Ebenen der Llanos sind eine relativ flache Landschaft, deren Erhebungen die Höhe von 200 m nicht übersteigen.


Das Maracaibo-Tiefland


Außer dem Norden des Maracaibo-Tieflandes ist diese Region gänzlich von Gebirgsketten umgeben. Im Norden grenzt das Tiefland an die Karibik. Das gesamte Maracaibo-Tiefland ist sehr flach und nur an den angrenzenden Bergen sind leichte Steigungen vorhanden. Einen Großteil der Fläche der niedrig liegenden Bereiche nimmt der Maracaibo-See ein. Der See mit einer Fläche von ca. 13.000 km² erreicht eine Tiefe bis zu 50 m und ist durch die Meerenge Canal de San Carlos mit dem Golf von Venezuela verbunden. Die größten Erdölvorräte sind unter dem Ostufer des Sees zu finden. Die größte Stadt in der Maracaibo-Tiefebene ist Maracaibo, diese liegt auch Maracaibo-See.


Das Hochland von Guyana


Südöstlich des Flusses Orinoco liegt das Hochland von Guyana und zählt zu den ältesten Landschaften des Kontinents Südamerika. Das Hochland von Guyana ist von Plateaus und von den Nebenflüssen des Orinoco geprägt. Hinsichtlich der Fläche nimmt die Region des Hochlands von Guyana über die Hälfte der Gesamtfläche Venezuelas ein. Die Gran Sabana ist wohl die auffälligste Landschaftsformation dieses Gebietes aufgrund der großen und sehr stark erodierten Hochebene. Nach einer Abtragung der Sandsteinmassen im Laufe von Jahrmillionen sind heute zerklüftete Täler und die Tepuis, wie die imposanten Tafelberge genannt werden, eine besondere Landschaftsattraktion. Schätzungen zufolge liegt das Alter der 115 verschiedenen Tepuis bei etwa 70 Millionen Jahren – hier kann also durchaus auf den Spuren der Weltgeschichte gewandelt werden. Diese Tepuis stellen zudem aufgrund der eigentümlichen Flora und Fauna eine besondere Faszination dar. In den Tepuis erwarten die Urlauber auch die imposante Wasserfälle und der Salto Kukenam, der als höchster Wasserfall der Welt gilt.

 

 

 

 


Geographie


Hinsichtlich der Fläche ist Venezuela etwa 3 Mal so groß wie Deutschland. Die Küste Venezuelas misst insgesamt ca. 2.800 km. Von der knapp 917.000 km² großen Fläche Venezuelas bestehen knapp 40 % aus Wald. Etwa 20 % der Fläche Venezuelas sind Wiesen- und Weideland und 4 % bestehen aus Feldern und Ackerland.
Venezuela grenzt im Norden an die Karibik, im Westen an Kolumbien, im Süden an Brasilien und im Osten an Guyana. Aus geographischer Sicht kann Venezuela sogar auf 6 Regionen aufgeteilt werden. Außer den oben beschriebenen Regionen, können das Bergland entlang der Karibik und auch die zu Venezuela gehörenden Inseln in der Karibik noch zusätzlich als eigene geographische Regionen bewertet werden.


Flora


Im Süden Venezuelas bieten die tropischen Regenwälder mit ihrer üppigen Vegetation einen faszinierenden Anblick. Der immergrüne Regenwald und die unzähligen Arten an Pflanzen sind einfach beeindruckend. Venezuela gilt als eines der artenreichsten Länder der Erde. Die unterschiedlichen Klimazonen in Venezuela stellen natürlich auch die beste Voraussetzung für eine besonders unterschiedliche Vegetation in Venezuela dar. Ein besonders faszinierender Anblick sind die Weihnachtssterne, die bei uns als kleine Zimmerpflanzen gelten und in Venezuela in den tropischen Laubwäldern wachsen. Dabei können die Weihnachtssterne eine Höhe bis zu 4 m erreichen.


Fauna


Auch die Tierwelt in Venezuela ist absolut vielfältig und auch ebenso beeindruckend. In den Dschungelregionen des Regenwaldes sind unzählige Urwaldbewohner zu bewundern. Unter den über 280 Arten an Säugetieren sind Jaguare, Pumas, Seekühe, Brüllaffen und auch Faultiere und Süßwasserdelphine vertreten. Auch die Vogelwelt in Venezuela ist mit über 1000 Arten, unter denen auch besonders exotische Vögel zu finden sind, ist eine Attraktion für sich. Der Kondore, Flamingos, Pelikane und natürlich auch verschiedenste Papageienarten sind nur einige wenige der Vogelarten, die in Venezuela bestaunt werden können. Reptilien, Schlangen und Spinnentiere gehören natürlich ebenfalls zu der Fauna in Venezuela, wie auch unzählige Süßwasserfische und ebenso auch atemberaubende Meeresbewohner, die zum Beispiel bei Tauchausflügen bewundert werden können. 


Küste und Inseln


Venezuela bietet mit einer Küste, die nahezu 2.800 km lang ist, natürlich ein optimales Reiseziel für einen Badeurlaub in der Karibik. Auch die Inseln Venezuelas bieten wunderschöne Strandregionen. Die bekannteste der Inseln Venezuelas ist sicherlich Isla Margarita, die zu den kleinen Antillen gehört und eines der beliebtesten Urlaubsziele in Venezuela darstellt.